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EEG-Umlage erhöht sich 2020 um 5,5 Prozent

+++ NEWS +++ EEG-Umlage erhöht sich 2020 um 5,5 Prozent +++ Höhere EEG-Umlage, höhere Stromkosten – das können Sie tun

2020 erhöht sich die EEG-Umlage für Stromversorger. Haushalte müssen deshalb damit rechnen, bald Ankündigungen für steigende Stromkosten zu erhalten. Doch diese müssen nicht in jedem Fall einfach hingenommen werden.

 Um 5,5 Prozent steigt die Umlage zur Förderung von Ökostrom im kommenden Jahr. Es wird davon ausgegangen, dass der Strompreis dadurch steigen wird – denn die EEG-Umlage ist ein wichtiger Bestandteil davon. Sie macht ungefähr ein Viertel aus und finanziert die festen Vergütungen, die Ökostrom-Produzenten für die Einspeisung ihres Stroms bislang unabhängig vom Marktpreis bekommen.

Viele Stromkunden fragen sich nun, was sie tun können, wenn die Preissteigerungsankündigung ihres Stromanbieters im Briefkasten liegt.

Grundsätzlich gilt: Stromkunden haben bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht. Auch dann, wenn die Steigerung auf eine höhere EEG-Umlage zurückgeht. Zwar schließen manche Firmen in den Vertragsklauseln das Sonderkündigungsrecht des Kunden aus, wenn es um Preiserhöhungen aufgrund von staatlichen Faktoren wie der EEG-Umlage oder Steuern geht. Das sei aber unzulässig, hat der Bundesgerichtshof geurteilt. Der Grund für die Preiserhöhung spiele keine Rolle.

So gehen Betroffene bei einer Preissteigerung vor:

Auf Schreiben des Versorgers reagieren

Preissteigerungen müssen die Grundversorger mindestens sechs Wochen vorher ankündigen, bei Sonderversorgern ist das laut Bundesnetzagentur vor Ablauf der regulären Abrechnungsperiode nötig. Dann haben Kunden die Möglichkeit, ihren Vertrag fristlos zu kündigen. Die Kündigung muss dabei spätestens einen Tag vor Inkrafttreten der Preiserhöhung beim Anbieter eingehen, erläutert die Verbraucherzentrale NRW.

Idealerweise erfolgt die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein. In dem Schreiben sollten Kunden die Preiserhöhung als Kündigungsgrund angeben. Musterschreiben bieten die Verbraucherzentralen und die Bundesnetzagentur zum Herunterladen an.

Versteckte Preiserhöhungen entdecken

Nicht jeder Stromversorger informiert transparent über Preissteigerungen. Die Mitteilung wird mitunter in Informationsbriefen mit langen Texten versteckt, wie Verbraucherschützer kritisieren. Manchmal spricht der Anbieter gar nicht von einer Preiserhöhung, sondern umschreibt diese oder wirbt gar mit gleichbleibenden Preisen oder einer Preisgarantie. Daher wichtig: Kosten vergleichen.

Die Grundversorger müssen ihre Preisänderungen öffentlich bekannt geben, etwa in örtlichen Amtsblättern oder Zeitungen sowie im Internet. Das ist nicht der Fall bei Sonderversorgern, sie müssen aber in der Regel einen Brief schicken.

E-Mails sind laut Verbraucherzentrale nur möglich, wenn der Kunde diese Kontaktform dem Unternehmen erlaubt hat. Das trifft etwa bei Online-Tarifen in der Regel zu. Ein Schreiben, das nur im Kundenportal hinterlegt wird, reicht aus Sicht der Verbraucherschützer nicht aus.

Schlichtungsstelle hilft bei Problemen mit Versorger

Verpasst man die Ankündigung einer etwa online angekündigten Preissteigerung, sollte man geltend machen, dass man die Mitteilung nicht erhalten habe, und ein Sonderkündigungsrecht einfordern.

Gleiches gilt, wenn man entsprechende Ankündigungen im Schreiben nicht direkt als solche erkennt. Dann hat man laut Bundesnetzagentur ein fristloses Sonderkündigungsrecht, weil versteckte, intransparente und nicht verständliche Erhöhungen unzulässig sind.

Erkennt der Versorger die Kündigung nicht an, kann man sich an die unabhängige Schlichtungsstelle Energie wenden.

Quelle: Die Welt Online, 15.10.19